Mittwoch, März 08, 2006

Logbuch 20.11.05 : Ein neuer Anfang...

Die Schildländer, ein Land gegründet aus der Not der Verteidigung. Errichtet im 4ten Jahrhundert durch die Ritter des heiligen Schildes als eine lose Vereinigung von ehemaligen Fürstentümern des Grossen Königreiches, um den anstürmenden Horden von Wilden und den politischen Ränkespielen der umliegenden Länder Einhalt zu gebieten. Trotz einer grossen Schlacht vor Critwall gegen den Despoten Halmadar, der ,besessen von einer äusseren Macht, die gesamten Schildländer für sich beanspruchte, konnten die Schildländer in den nächsten 100 Jahren ihre politschen und wirtschaftlischen Verbindungen zu Ländern wie Furyondy, Veluna, Dyvers oder auch Greyhawk und Urnst ausbauen und brachten es so auf eine beachtliche militärische und finanzielle Sicherheit. In jüngster Vergangenheit nahmen jedoch die Grenzstreitigkeiten mit der Horned Society zu und mancher befürchtet, dass sich diese Auseinandersetzungen in den nächsten Jahren noch verstärken könnten. Es bleibt abzuwarten, was von diesen Voraussagen zu halten ist.

Zu dieser Zeit in der Taverne "Zur ausgelassenen Dame" in Rockburgh...

Vor circa 2 Wochen war ich noch auf dem Weg zum Rift Canyon, um den ehrenwerten Professor Arnhelm Boomgren in einer wissenschaftlich ausserordentlich interessanten Forschungsstudie zu unterstützen. Die Aussicht auf eine Zusammenarbeit mit einer solch hoch angesehenen Koryphäe der Wissenschaft im Bereich der Altertumsforschung der Flanaess liess mich die Ankunft im Canyon kaum abwarten. Aber just in diesem Augenblick bekam ich per Boten eine Nachricht eines Kollegen in der Nähe von Critwall. Er berichtete mir von einer aufregenden Entdeckung seinerseits. So wie er es beschrieb, hatte er eine alte Kultstätte der Hobniz (Halblinge für die triviale Bevölkerung) entdeckt. Nun ist es ja nicht so, dass man solche Meldungen alle Tage erhält und machte mich sofort auf den Weg zu besagter Fundstätte. Ich schrieb dem ehrenwerten Professor eine kurze Nachricht, dass sich meine Ankunft aufgrund äusserer Umstände um etwa einen Monat hinauszögern könnte. Er wird es mir wohl nicht allzu übel nehmen, da seine Forschungen in den Rift Canyons wohl eh noch einige Jahre dauern werden. Zu meiner Enttäuschung stellte sich diese besagte Stätte der Hobniz jedoch als ein verfallenes, etwa 60 Jahre altes Dorf der Jebli (besser bekannt als Goblins) heraus, das wissenschaftlich die Bedeutung eines modrigen Holzpfahls hatte.

Enttäuscht vom wissenschaftlichen Unwissen meines Kollegen wandte ich mich gen Westen, um dann dem Fluss Ritensa hinauf den Rift Canyon zu erreichen. Ich machte am achten Tag nach Crittwall Halt im verschlafenen Kleinstädtchen Rockburgh, um dort meinen Beinen und meinem Maultier eine verdiente Ruhepause zu verschaffen. Ich plante eigentlich, etwa eine Woche hier zu bleiben und eventuelle Geldengpässe mit gelegentlichen Schreiberarbeiten zu überbrücken. Ich richtete mich also in der Taverne "Zum ausgelassenen Nonitz (Gnomen)" ein und ging des Abends hinunter in den Schankraum, um mir einen kleinen, aber hoffentlich edlen Tropfen zu genehmigen.

Vielleicht war ja auch ein Glücksspiel im Gange, um die Kasse noch zusätzlich zu füllen. Doch alles sollte ganz anders kommen….

Man war gerade mitten in einer gemütlichen Lage zwischen Bier und Wärme, als mit einem riesigen Knall die Scheiben zersplitterten, und ein dichter Nebel und Schnee in die vormals warme Taverne strömte. Ein Chaos und Durcheinander aus Schreien und Stöhnen erklang, und aus dem Nebel sah man für kurze Augenblicke hässliche Fratzen mit grausigen Augen und grossen Zähnen. Das grosse Chaos dauert nur wenige Sekunden, und mit einem riesigen Atemzug von draussen verzog sich der Nebel wieder aus dem Raum. Die Gesichter der ehemaligen Kundschaft verwandelten sich in runzlige und hässliche Fratzen, die Haut lederartig und eng an die Knochen anliegend.

Langsam standen die Menschen auf und torkelten in Richtung Ausgang. Mit einem Mal fielen alle diese Leute röchelnd hin und blieben regungslos liegen. Es verging jedoch keine Minute, da fingen sich die Körper wieder an zu bewegen. Doch als man die Gesichter der Leute ansah, hatten sie kleine leuchtende Punkte anstatt ihrer Augen. Mit torkelnden Schritten näherten sich die seltsamen Gestalten den restlichen Überlebenden. Ich hatte eine dieser hässlichen Gestalten vor mir, nur der Tisch trennte mich vor dem Monster, die ich mit einem gekonnt platzierten Magischen Geschoss traf.....und das Ding blieb stehen! Um mich sah ich gerade noch ein paar andere tapfere Verteidiger, wie sie versuchten, sich dem Ansturm zu erwehren, als das Ungeheuer vor mir, wie weiss ich immer noch nicht so genau, mit seinen Krallen eine schwere Wunde zufügte. Dann wurde alles schwarz...


Nach einiger Zeit schlug ich wieder die Augen auf und sah in das Gesicht eines Zwerges. Ehrlich gesagt, es gibt schönere Ausblicke, aber in solchen Situationen ist man ja nicht allzu wählerisch.
Ich stand auf und untersuchte die Überreste der Untoten. Es sah so aus, als wäre das Ganze ein extrem beschleunigtes Verfahren der Erschaffung von Untoten gewesen. Aus meinen intensiven Recherchen in der Universität kam ich schnell auf den Namen Nerull, dem Gott des Todes und des Verfalls. Es schien der einzig mögliche Glauben zu sein, der einen solchen Spruch hervorbringen könnte. Ich wurde in meiner Vermutung durch den Zwergenpriester bestätigt, der zur selben Schlussfolgerung gekommen war. Das Bild, das sich im Dorf bot war furchtbar, nein, Worte fehlen für eine korrekte Beschreibung. Abgetrennte Körperteile und Innereien lagen, hingen und baumelten überall im Dorf herum. Man war gerade daran, das Ganze zu verarbeiten, beziehungsweise, sich des letzten Males an einer Hausecke zu entledigen, da erklang vom Schloss her ein riesiger Knall. Eine mächtige Explosion erschütterte das Schloss und riss es gewissermassen auseinander. Eine grosse rötliche Lichterscheinung umschloss das Schloss und legte sich wie eine Glocke um die noch stehenden Gemäuer.

So ziemlich alle Persönlichkeiten des Adels und des Stadtrates befanden sich zur Zeit der Explosion im Schloss. Eine riesige Katastrophe. Die Stadt war nun gewissermassen kopflos. Und meine potentiellen Arbeitgeber waren von einem auf den nächsten Moment nicht mehr existent. So viel zu einer schnellen und komfortablen Weiterreise. Mittlerweile haben sich auch alle Überlebenden der Taverne vorgestellt. Es waren dies Amribi von Castle, ein Kämpfer aus Geoff. Dann war da noch Thorture, ein Zwergenpaladin aus den Yatils, Rimmick Truthbringer, ein Zwergenpriester des Moradin aus den Crystalmist Mountains und Lya von Hier und Dort, eine Elfe, wahrscheinlich eine Diebin, aber dies ist natürlicherweise nur eine spekulative Vermutung meinerseits. Nach dem globalen Händeschütteln machte ich mich dann sofort auf den Weg in die Schenke, um nach meinem Maultier zu schauen. Zum Glück war dem armen Tier nichts geschehen, war ja auch teuer genug, das Ding. Ich legte mich also schlafen und wir alle trafen uns dann wieder am nächsten Tag zur Mittagszeit in der Taverne "Zur anschmiegsamen Dame". Wir entschlossen dann, zum Stadtrat zu gehen, um dort weiteres herauszufinden, oder eventuell Hilfe anzubieten. Im Stadtzentrum an der grossen Türe des Versammlungszentrums fanden wir dann ein Anschlagsbrett. Unter den vielen Zetteln fanden wir eine Aufforderung, Investigationen am lokalen Friedhof durchzuführen. Scheinbarerweise hatten die gestrigen Vorfälle eine Verbindung zum Friedhof. Wir rissen also den Zettel ab und gingen in das Haus der Versammlung. Dort wurden wir an den Beamten Kadonau empfohlen, bei dem wir dann weitere Informationen bekommen sollten. Anstatt jedoch mit dem Herrn Kadonau zu sprechen, trat uns eine gewisser Herr Zampinius von Rabenau gegenüber. Durch ihn konnten wir dann auch erfahren, dass die Vorkommnisse auf dem Friedhof schon seit über einem Monat stattfinden. Es verschwänden von Zeit zu Zeit Leute, die den Friedhof besuchten, und würden dann kurze Zeit später tot aufgefunden. Wir nahmen also den Auftrag an und wurden dann offiziell entlassen. Zampinius hielt Lya noch kurz zurück für eine persönliche Unterhaltung. Wir waren kaum eine Minute draussen am warten, da hörten wir einen entrüsteten Schrei von Lya, dir Tür flog auf und die Elfin stürmte, ihre Kleider zurechtzupfend, heraus. So wie es aussah, wollte Zampinius der guten Elfe and die Wäsche. Was wirklich geschah, konnte ich nicht erfahren. Aber meine Wertschätzung für den Herrn von Rabenau sank doch merklich in diesem Augenblick. Wir machten uns also auf den Weg, um noch diverse Besorgungen zu tätigen, bis wir am Abend dann in der Taverne zusammentrafen, um zum Friedhof zu gelangen. Wir suchten uns eine ruhige und sichere Stelle, um die Nacht zu überstehen. Wir fanden im rechten Abgang des Friedhofes eine alte Hütte und richteten uns dort ein.

Und die kommende Nacht sollte für uns alle überaus spektakulär werden...

Wir waren gerade mitten im Würfelspiel vertieft oder vertrieben uns anderweitig die Zeit, als eine unglaubliche Kälte über die Hütte herzog und uns das Herz fast zum Stillstand brachte. Auf einmal drang der Nebel, den wir schon in der Taverne beobachtet hatten, durch die Wände in die Hütte herein. Rimmick und ich wurden durch eine unerträgliche Kälte gelähmt und konnten uns einige Zeit nicht bewegen. Als wir wieder zu uns kamen, berichtete uns Thorture, dass von vorne circa 5 wankende Gestalten auf uns zukamen. So wie es aussah, waren es Untote aus den Tiefen des Friedhofes. Sie kamen mit beängstigender Geschwindigkeit auf uns zu und waren kurze Zeit darauf vor der Hütte.



Es entbrannte darauf hin ein heftiger Kampf, der aber ohne Verluste auf unserer Seite gewonnen werden konnte. Es schien, als hätte ich meine Gefährten mit viel Glück ausgewählt, ansonsten wäre ich jetzt Mitglied der Untoten Gemeinschaft dieses Friedhofes. Ich nahm als Beweismittel dann noch einen Schädel eines Untoten mit. Seltsamerweise verwandelten sich diese Untoten in Skelette, sobald sie zerstört wurden, wie es schien, wurde ein Illusionszauber auf sie gewirkt, bevor sie auf uns gehetzt worden waren. Überall auf den Knochen waren auch Runen und Zeichen angebracht, die auf eine nekromantische Beschwörung schliessen liessen. Diese ganze Geschichte versprach, recht interessant zu werden. Und vielleicht liessen sich ein paar magische Erkenntnisse aus der ganzen Sache gewinnen. Und ein paar Goldstücke natürlich auch.

Nach diesem furiosen Kampf machten wir uns nun auf den Weg, den Ursprung der Spuren der Untoten zu finden. Laut meiner gewissenhaften Schätzungen mussten es Dutzende, ja wenn nicht gar hunderte von Untoten in dieser Gegend haben. Alle waren nach genauer Studie der Spuren derselben Meinung, abgesehen von Lya.

Die Krypta, zu der die Spuren der Untoten führten, war mit Knochen und Totenschädel-Symbolen verziert. Die Inschrift auf der Gruft lautete „Sir Brandobar von Rabenau“. Welch Überraschung. Es schien, dass der ehrenwerte Zampinius eine überaus spezielle Verwandtschaft hatte. Wir versuchten mit vereinten Kräften, die Tore zu öffnen, aber keine Art der Schliessfachkunst konnte diese Tore öffnen. Nach genauer Inspizierung der Inschriften kam ausserdem hervor, dass diese Inschriften dazu dienten, den ehrenvollen Sir Brandobar dort zu belassen, wo er nun für immer ruhen möge. „Mögen künftige Generationen seinen Namen reinwaschen“ war ein sehr einprägsamer Satz unter den Inschriften. Seeehr bedenklich.

Jedenfalls waren wir gerade daran, wieder zur Hütte zurückzukehren, als ich am Himmel eine seltsame Erscheinung beobachtete. Luna und Selene standen in einer Konstellation, die, laut den Überlieferungen, seit der Einführung des Allgemeinen Jahres (das erste allgemeine Jahr nach Gründung des grossen Königreiches) nicht mehr vorgekommen ist. Die Konstellation brachte die zwei Monde, die normalerweise nicht zusammen erscheinen, in eine Form, die wie zwei grosse Augen aussah, das eine geschlossen, das andere wachsam auf die Erde blickend. Solche Konstellationen sagen oft ein dunkles Zeitalter voraus, jedenfalls, wenn man den abergläubischen Zeitgenossen Glauben schenken mag.

Wir hatten genug gesehen und machten uns auf den Weg zurück zum Ausgang des Friedhofes. Als wir uns gerade an der Friedhofsmauer befanden, hörten wir ein Schaben und Kratzen an der Mauer. Wir brachten uns in Deckung und beobachteten kurz darauf, wie 3 Skelette sich über die Mauer hangelten und dann in das Innere des Friedhofes wankten. Wir folgten Ihnen und sahen, dass sie sich in Richtung des Mausoleums derer von Rabenaus bewegten. Rimmick folgte den Skeletten zwar, aber kurz vor der Krypta verschwanden sie einfach in der Erde, ohne irgendeine Spur zu hinterlassen. Ein wenig ratlos machten wir danach auf den Weg zurück in die Stadt.

Es war nun der erste Waterday im Monat Sunsebb und wir waren alle froh, wieder in der Stadt anzukommen. Der Tag wird wohl daraus bestehen, alles über die Familie derer von Rabenau herauszubekommen und dem lieben Herrn Zampinius einen informativen Besuch abzustatten. Er und seine Familie scheinen ja ein bemerkenswerter Fall zu sein.


Wir werden sehen was sich weiteres aus dieser ganzen Sache ergeben wird

Pegolius Zeipp

Waterday im Sunsebb des Jahres 525

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