Donnerstag, März 09, 2006

Logbuch 03.12.05: Totgesagte leben länger (Ein bisschen Lokalgeschichte und ein Gruftbesuch)

Auf dem Rückweg zur Taverne "Zur anschmiegsamen Dame" beraten wir uns, wie wir Sir Rabenau informieren wollen. Es beginnt wieder zu schneien, und es wird sehr kalt. Jeder geht in sein Gasthaus. Wir vereinbaren uns um 12 Uhr wieder im Gasthof zu treffen. Die Wache ist immer noch am Aufräumen der Leichen.

Ich nutze die Zeit und besuche den Waffenschmied. Nach einer längeren interessanten Unterhaltung verlasse ich die Schmiede wieder. Von ausserhalb beobachte ich nun in wechselnden Gestalten das Gebäude. Irgendwann taucht eine gleichgekleidete Person wie meine Auftraggeber auf, beginnt mit Pyron in einem separaten Raum zu streiten und droht ihm, wenn die Lieferung nicht erfolgt, kann für seine Sicherheit nicht mehr garantiert werden. Nachdem er Pyron wieder verlässt, verfolge ich ihn. Obwohl dies nicht ganz einfach ist, kann ich ihn bis zu einer Lagerhalle verfolgen. Leider muss ich dann zurück und mich mit den anderen treffen.

Mehr oder weniger pünktlich treffen wir uns um die Mittagszeit und machen uns auf, Sir Rabenau aufzusuchen. Er empfängt uns in einem purpurnen Umhang der Stadträte. Wir berichten von den Vorkommnissen während der Nacht auf dem Friedhof. Er hört sehr genau zu. Die Gruft selber erwähnen wir aber noch nicht. Doch er fragt nach und ist über diese Neuigkeit sehr entsetzt und doch nicht überrascht. Er will uns aber nicht mehr dazu sagen. Er reicht uns einen Geldbeutel und weist auf die gute Bibliothek der Stadt hin und will uns verlassen. Wir stoppen ihn – Er schickt die Wachen raus und erzählt: „Sir Brandobar von Rabenau, der Begründer des Geschlechtes derer von Rabenau, war ein Paladin in den Reihen der Besten vom Orden der Ritter der heiligen Schutzherrschaft (Knights Of Holy Shielding), und kam 50 Jahre vor der Gründung des Grossen Königreiches nach Rockburgh. Er gehörte zu den Suelithen und verehrte in seinem Herzen die schwarze Seite der Magie, die Nekromantie. Er wollte Rockburgh zu einem suelithischen Zentrum aufbauen. In einer grossen Zeremonie erschuf er die Truhe der ewigen Winterkälte. Dafür rief er drei Götter an: – Telchur, Gott des Winters und der Kälte; damit kann die Jahreszeit beeinflusst werden, – Nerull, Feind aller Götter, Gott der Toten, des Mordes und der Unterwelt; verleiht die Macht, über die Toten zu herrschen, – Incabulos; Gott der Krankheiten, Hungersnot, Verzweiflung, Mutlosigkeit; sät Krankheiten und Tod. In dem Jahr, welches als das erste allgemeine Jahr des Grossen Königreiches in die Annalen einging, schlug Sir Brandobar zu – brachte eine Seuche, gepaart mit einem langen Winter, über Rockburgh – dabei starben 9/10 der Bewohner. Im nächsten verlängerten Winter nahm er sich Crittwall vor, und erschuf eine grosse Armee von Untoten. Daraufhin reagierte Overking Nasran, Regent des neuen Grossen Königreiches, und schlug mit seinen Truppen und den Knights Of Holy Shielding Sir Brandobar vernichtend. Dies vor allem, weil Sir Brandobar die Truhe nach seinen grossen Einsätzen nicht mehr richtig nutzen konnte. Sir Brandobar starb an den Wunden, die er in dieser Schlacht empfing, und wurde mit seiner Truhe begraben, auf die ein Bannzauber gelegt wurde. Etwa gleichzeitig wurden die Shield Lands gegründet“.

Im Laufe des Gespräches stellt sich heraus, dass er uns noch nie gesehen haben will. Er sei an unserer ersten Begegnung gar nicht im Gebäude gewesen, er spreche heute zum ersten Mal mit uns. An diesem Morgen wurde er von der Verwaltung nach Hause geschickt. Wer mit uns gesprochen hat, können die anderen nicht eruieren, ich weiss da natülich etwas mehr. Aber das tut ja nichts zur Sache. Er erwähnt, dass drei Personen besonders gegen ihn eingestellt seien – Sir Celadon (Stadtwachenleiter), Sir Markham (Administration), und Sir Theodain (Finanzen) – alle drei sind Mitglieder des Stadtrates.

Der Vorgänger dieses Projektes, Sir Kadonau, ist einer seiner besten Freunde. Seine Vermutung, wer hinter dieser Verschwörung gegen ihn stecken könnte, ist Sir Markham. Er selber erscheint zumindest Thorture sehr vertrauenserweckend.

Sir Zampinius von Rabenau hat einen Schlüssel zu der Gruft. Diesen möchte er uns nach dem inoffiziellen Auftrag (in die Gruft zu steigen und zu kontrollieren, dass die Kiste noch in der Gruft ist) in unser Gasthaus zukommen lassen.

Ein Teil unserer Gruppe sucht die Bibliothek auf. Amribi besucht derweil die Überreste des Schlosses. Ich arbeite weiter an meiner Observation. Kann aber keine neuen Erkenntnisse gewinnen.

Zum Abendessen treffen wir uns wieder. Pegolius erhält ein Schreiben mit dem Schlüssel zu der Gruft und zum Zeichen der Wertschätzung 5 Phiolen. Wir beschliessen, erst am nächsten Morgen in die Gruft zu gehen.

Kurz nach dem Essen verlasse ich die Gruppe und widme mich wieder meinem Auftrag. Wie mir sein Mitarbeiter schon angekündigt hat, ist dieser Pyron wirklich ein Arbeitstier. Da ich seit bald 2 Tagen nicht mehr geschlafen habe, wird es nach Mitternacht sehr schwer, die Augen noch offen zu halten. Als er endlich die Schmiede verlässt, versuche ich ihm zwar noch zu folgen, schlafe aber tatsächlich über der Verfolgung ein – welche Schande. Als ich aufwache, ist ein Teil meiner Ausrüstung verschwunden. Mit einem Zauber kann ich das kleine Problem der Tarnung überwinden und schleppe mich in mein Gasthaus. Am nächsten Morgen verlasse ich schon früh wieder den Gasthof und suche in meinen Verstecken wieder meine Ausrüstung zusammen. Unterwegs werde ich von meiner Kontaktperson angehalten. Dabei erfahre ich, dass sie diejenigen waren, welche mir meine Ausrüstung genommen haben. Nach einer etwas längeren und sehr interessanten Unterhaltung mit neuen Informationen gehe ich zurück zu unserem Treffpunkt.

Wir gehen zum Friedhof. Die Wache am Eingang berichtet, dass sie während der Nacht zwei Untote bekämpfen musste, die versuchten, über die Mauer zu kommen. Wir wandern durch den hohen Schnee zu der Gruft. Die Spuren der vorletzten Nacht sind heute schon nicht mehr sichtbar. In der Nähe von unserem Ziel sind noch andere Besucher. Wir warten, bis diese nicht mehr anwesend sind. Die Fresken auf der Türe scheinen darauf hinzuweisen, dass die Gruft Sir Brandobars von Zwergen erbaut wurde!! Pegolius zieht den Schlüssel raus und dreht diesen im Schlüsselloch. Nach verschiedenen Lauten sich öffnender Mechanismen schwingen die Türflügel lautlos auf und eröffnen den Blick auf einen kargen Raum und eine Treppe, die in die Tiefe führt. Pegolius zündet seine Laterne an, und wir gehen hinein. Amribi fasst sich ein Herz und führt unsere Gruppe in die Tiefe. Je weiter wir runterkommen umso feuchter und kälter wird es. Der Stein wird immer rauher. Beim Runterlaufen fällt mir auf, dass im kargen Eingangsraum die Spuren eines Sarges ersichtlich waren. Da dieser aber jetzt nicht mehr dort steht, ist mir das nicht sofort aufgefallen.

Mitten auf der Treppe müssen wir plötzlich vorsichtig werden, die Treppenstufen sind nicht mehr fixiert, sondern beweglich. Nach einer langen Zeit erreichen wir endlich den Boden. Wir gelangen in einen langen Gang gesäumt von Fackeln, die wir auch anzünden. An dessen Ende gabelt sich der Weg. Amribi, Thorture und Rimmik gehen nach links und ich nach rechts. Amribi biegt um die nächste Ecke geht weiter und löst eine Falle aus. Auf uns alle kommen aus allen Richtungen Pfeile zu. Zum Teil können wir ausweichen, aber manche treffen uns. Nachdem alle nach links gehen, schliesse ich wieder auf die Gruppe auf. Rimmik geht um die nächste Ecke. Der Gang führt zum anderen, und der Kreis ist geschlossen. Nirgends ist ein Durchgang oder eine Türe sichtbar. Alle suchen wir nun nach Geheimtüren, als Rimmik endlich einen geheimen Mechanismus entdeckt. Ich untersuche diesen, entdecke aber nichts. Rimmik entscheidet sich, den Mechanismus zu betätigen. Sofort nach dem Betätigen lässt er sich auf den Boden fallen. Wir anderen sitzen bereits am Boden, um einer etwaigen Falle auszuweichen. Die Mitte der Wand bewegt sich zur Seite und gibt den Blick auf einen grossen Raum frei. Die Laterne kann ihn nicht komplett ausleuchten. Der Boden dieses Raumes ist aus poliertem, spiegelglatten und sehr teurem Marmor. Die Wände sind glatt behauen und mit Malereien verziert. Thorture fasst sich ein Herz und betritt den Raum. Die Bodenplatten sind in einem rot/schwarzen Karomuster verziert. In der hinteren Hälfte des Raumes steht ein wertvoller Holzsarkophag, in Stein eingekleidet. Der Steindeckel ist geöffnet und lehnt an der Wand, während der Holzsarg noch geschlossen ist. An den Wänden um den Sarg herum stehen verschiedene Wachen, zum Teil mumifiziert, oder Skelette in Rüstungen. In den Ecken stehen zwei Kohlebecken, die immer noch rauchen. Als nächstes betritt Rimmik den Raum und „scannt“ ihn nach Fallen. Pegolius und Amribi schliessen nun auch auf, und Pegolius tritt völlig fasziniert in den Raum hinein. Amribi tritt nun auch ein und wirft seine Fackel vor den Sarg. Daraufhin bewegt sich das erste Skelett. Nachdem uns Thorture mitgeteilt hat, dass von dem Sarg aus eine magische Verbindung nach oben besteht, entbrennt eine heisse Diskussion. Schlussendlich entscheiden wir uns, zurück an die Oberfläche zu gehen und zu schauen, was direkt über diesem Raum liegt. Die Inschriften an den Wänden wurden von Sir Brandish von Markham geschrieben. Ebenfalls findet sich dort das Wappen der Horned Society.

Wir verlassen die Gruft und streifen noch über den Friedhof. Dabei entdecken wir noch das Mausoleum von Sir Grauragar von Kadonau und die Gruft der Markhams. Dann suchen wir die überirrdische Verbindung zu der Gruft. An dieser Stelle befindet sich ein Gebäude der Stadtwache. Amribi versucht Eintritt zu erhalten mit dem Hinweis „Inspektion“...... Als dies nicht funktioniert, machen wir uns wieder auf den Weg zu von Rabenau. Dieser ist auch tatsächlich in seinem Büro. Nach unseren Ausführungen erstellt er uns ein Dokument, mit dem wir eine Inspektion in dem Gebäude der Stadtwache durchführen können. Mit grosser Befriedigung weist Amribi das Dokument vor, und wir werden eingelassen. Unsere Untersuchungen beginnen wir im Keller. Aber dort finden wir weder einen Abgang noch eine Verbindung zum Bösen in der darunterliegenden Gruft. Wir beenden die Inspektion und verlassen das Gebäude.

Beim Nachtessen in der Taverne "Zur anschmiegsamen Dame" beraten wir uns, wie wir weiter vorgehen wollen. Diese Nacht kann ich endlich wieder einmal in Ruhe schlafen. Am nächsten Tag gebe ich meinen Bericht beim Auftraggeber ab und fasse den nächsten Auftrag. Diesmal muss ich Sir Andolius beobachten – scheint, wie angekündigt, schwieriger zu werden.

Dann gehe ich noch zu meiner Kontaktperson und berichte ebenfalls. Auch diese Informationen sind wieder sehr wertvoll.

Am Frühstückstisch beraten wir in der Gruppe die nächsten Schritte. Wir versuchen verschiedene Informationen über Sir Markham und Sir Kadonau einzuholen. Erfahren aber nichts Neues.

Wir sind wieder in der Gruft. Thorture findet überraschenderweise (oder doch nicht?) keine Verbindung des Sarges mehr gegen oben. Wir betreten die Gruft und los geht’s.... Nachdem die Fackel von Amribi genau auf dem Sarg landet, versuchen einige von uns den Raum gleichzeitig zu verlassen, währenddessen Pegolius aber in der Türe stehen bleiben möchte. Doch es bleibt beim Versuch.... Zu viert liegen wir am Schluss in der Türe verwirrt in einem Körperknäuel. Rimmik besinnt sich und duckt sich an seinem Platz, abwartend auf das, was da geschieht. Die Untoten beginnen sich alle gleichzeitig auf uns zu zubewegen. Rimmik lässt einen Zauber los, verpatzt ihn und trifft dabei Amribi. Die nächsten zwei Geschosse treffen dann doch noch unsere Gegner. Da wir noch einige Zeit brauchen, um in das Geschehen einzugreifen, ist Rimmik zur Zeit auf sich alleine gestellt. Seine Vertreibung funktioniert leider nur zur Hälfte gut – zwei Skelette weichen zurück. Die Angriffe bleiben zum Glück erfolglos. In der nächsten Runde macht er sich für sie unsichtbar und entfernt sich von den Angreifern. Diese wenden sich nun uns zu. Ich erhalte die volle Breitseite und verziehe mich in die Welt des Vergessens...... Einige Zeit später schlage ich völlig erholt die Augen auf, stehe auf und sehe direkt vor mir einen entzückenden Skelettrücken.... Der Kampf geht weiter. Nachdem Thorture von Amribi niedergestreckt wird, gehen auch bei mir wieder die Lichter aus. Nach einem sehr, sehr, sehr, sehr, sehr langen Schlagabtausch - davon auch mehrere gegen die eigenen Mitstreiter, hauptsächlich durch Amribi - können wir am Schluss doch noch knapp triumphieren.

Alle positionieren sich endlich in einem näheren oder weiteren Abstand um den Sarg, um diesen zu öffnen. Auf dem Sarg steht: „Sir Brandobar von Rabenau, Du hast gelebt und gedient im Dienste Nerulls, Hextor war mit Dir, Incabulos stellte Dir sein Reittier zur Verfügung, Nerull verlieh Dir die Sichel, mögest du Ihnen in alle Ewigkeit dienen.“

Mit lautem Gepolter fällt der Sargdeckel zu Boden. In einem grosszügigen Sarg liegt ein noch erkenntlicher, aber doch langsam zerfallender Mann. Seine Hände sollten einen Gegenstand halten, doch dieser ist nicht mehr da!! Amribi kann es nicht lassen und greift nach dem Bastardschwert im Sarg. Pegolius will ihn noch aufhalten, doch Amribi greift weiter zu. Der Tote aber ist schneller. Er packt ihn am Handgelenk. Rimmik tritt vor und schüttet heiliges Wasser über den Sarg. Nun greift auch Thorture ein. Doch trotz eines guten Treffers gelingt kein Schaden. Mit einem Gewaltsakt kann er Amribi losreissen. Pegolius und ich nehmen die Beine unter die Hand und fliegen aus der Gruft. Draussen warten wir auf die anderen. Nach einem kurzen Moment kommen auch sie zu uns. Rimmik kommt als Zero-Level-Character an. Sofort schliessen wir die Türe zu der Gruft und schliessen wieder ab. Wir verlassen sofort den Friedhof und kehren in die Stadt zurück.

Von meiner Kontaktperson erfahre ich, dass nur mächtige Kleriker des Heironeous die Bannzauber mit sehr langen Ritualen aufheben können, und auch Sir Brandobar kann nur so befreit werden. Deshalb sollte im Moment nichts passieren. Am nächsten Tag habe ich vielleicht auch Hilfe für Rimmik. Pegolius geht zum Rathaus, um Zampinius zu informieren.

In der Nacht beginnt es stark zu schneien und es wird sehr kalt. Gläser beginnen in den umliegenden Häusern zu splittern. Noch ist kein Nebel sichtbar. Aber die Menschen schreien wieder.

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