2. Waterday Sunsebb, später Nachmittag
Wir machten uns also auf in die andere Kaverne, um dieses glänzende Etwas aus dem brodelnden Wasser zu holen. Unser Rimmick Truthbringer stellte sich als Freiwilliger zur Verfügung, um das Glitzerding rauszuanglen. Als Angelhilfe benutzten wir eine Lanze, an der wir einen Helm als Kescher befestigten. Mal schauen, ob das eine gute Idee war oder nicht. Die schwefelhaltige Luft...
...machte jedoch sogar Rimmick zu schaffen. Er stand also an diesen brodelnden Teich und fing an zu fischen. Wie wir aus einiger Entfernung sehen konnten, zog er nach kurzer Zeit eine Gestalt aus dem Wasser. Wo diese Leute ihre Leichen überall deponierten, war schon recht sonderbar. Fürwahr kein schöner Anblick, eine aufgedunsene, gargekochte Leiche zu durchsuchen. Abgesehen von der wertlosen Rüstung und der geschundenen Waffe fanden wir eine Phiole mit einer graugrünen, dicklichen Flüssigkeit und im Stiefel des Toten ein wasserdichtes Pergament. Auf dem Pergament stand „Ziehe hinaus und bekämpfe das Böse. Dieser Trank verleiht deiner Waffe Kräfte gegen deine Gegner“. Zusätzlich fanden wir noch eine weitere dieser Platinmünzen, die wir schon vorher bei den Zombies gefunden haben. Die Grösse und das Material der Münze war identisch mit der ersten, aber das Motiv war ein anderes: War es vorher ein blätterloser Baum, so war es nun ein Auge.
Nach dieser Entdeckung und in der Meinung, dass wir nun alle benötigten Dinge hatten, machten wir uns auf den Weg zur Waffenkammer. Unsere Zwerge wollten jedoch noch im Zellenblock nach dem Rechten schauen. Dort angekommen, sahen wir in den Zellen grausam zugerichtete Leichen. So wie es aussah, waren es ehemalige Würdenträger der Stadt. Lya von Hier und Dort machte sich daran, die Türen aufzuschliessen, die anderen gingen auf die Suche nach den Zellenschlüsseln. Jemandem war in den Sinn gekommen, dass die Schlüssel weiter vorne in einem Wachzimmer hingen. Nach dem die Türen offen waren, konnten wir die Leichen genauer untersuchen. Manche von ihnen waren wohl an einer Krankheit gestorben, die den ganzen Körper mit wucherndem Eiter überzog. Die andern zwei Zellen beinhalteten ebenfalls Leichen von Ratsmitgliedern. Diese jedoch starben wohl an den Folgen einer Folter.
Da wir hier nichts mehr tun konnten, machten wir uns nun auf den Weg zur Waffenkammer, dem Ungewissen entgegen. Wir waren gerade aus dem Zellenblock, als wir draussen auf dem Gang das Gekreische von Kobolden hörten. Wir machten uns also bereit, liessen die Truppe vorbeilaufen und griffen die kleinen Biester von hinten an. Die Kobolde waren so überrascht, dass sie wie erstarrt dem Angriff gegenüberstanden. Wutentbrannt stürzten sich unsere beiden Zwerge also auf ihre natürlichen Feinde, um ihnen den Garaus zu machen.
Wie Sensen wüteten sie sich durch die hinteren Reihen der Gegner, mähten sich von hinten nach vorne durch. Vom Kampfrausch beflügelt, war die ganze Angelegenheit innert kürzester Zeit vorbei, nur Amribi von Castle leistete sich einen „Faux Pas“ und schlidderte auf den Überresten eines Kobolds aus. Zurück blieb eine grosse Sauerei auf den Böden und an den Wänden.
Wir dachten schon, dass die Sache erledigt war, als uns von der anderen Seite des Ganges nochmals 6 Kobolde entgegenrannten. Unsere Stadtwachen brachten sich gerade noch rechtzeitig in Position, bevor die Meute bei ihnen war. Lya stand in der Türe und sicherte den Raum ab. Ein Angriff ging auf sie, verfehlte aber. Die anderen Angriffe konzentrierten sich dann auf die Wachen. Der letzte Kobold jedoch schaffte es, zu flüchten. Geistesabwesend sprintete ich dem Kobold hinterher, blieb an der Ecke zum Gang stehen und warf dem kleinen Biest ein magisches Geschoss hinterher, welches den Kobold tödlich in den Rücken traf. Wusste gar nicht, dass ich so schnell sein kann.
Da nun wohl wirklich wieder Ruhe im Hause zu herrschen schien, machten wir uns endlich auf den Weg zu dieser ominösen Waffenkammer. Die Türe war jedoch von der anderen Seite mit einem Riegel versperrt. Ich war gerade fieberhaft am überlegen, wie man diese Türe öffnen könnte, da schreckte mich ein ohrenbetäubender Lärm aus meinen kreativen Gedanken. Völlig unkreativ hatten Thorture und Amribi die Türe mit einem langen Anlauf eingetreten. Nicht sehr formschön, aber zugegebenermassen sehr effektiv. Die Zwerge und Lya machten sich dann mit ihrer Dunkelsicht in den unerleuchteten Gang und bildeten die Vorhut. Nach einer Abzweigung nach rechts trafen sie wenige Meter später auf eine frisch in die Wand gehauene Karverne. Der Rest von uns kam hinzu, und im Lichte der Laterne konnten wir sehen, dass der Boden dieser Kaverne ungewöhnlich sauber war. Im ganzen Raum waren Kisten verteilt. Thorture war gerade daran, alles genauer zu untersuchen, da fiel etwas etwas schleimig-grünes auf ihn. Ein angewiderter Schrei entfuhr dem Zwerg, und die grüne Masse produzierte ein zischendes Geräusch auf seiner Rüstung. Sofort zauberte Rimmick einen „Metall abkühlen“-Spruch auf die Rüstung von Thorture, und Amribi machte sich daran, den herumliegenden Schleim mit seiner Fackel anzuzünden. Kurze Zeit später schien sich der Schleim schon auf die Haut von Thorture vorgearbeitet zu haben. Ich näherte mich also Thorture und wirkte ein „Brennende Hände“ auf seinen Arm, der schon langsam grünlich verschleimt war. Mit einem grossen Zischen trafen die Flammen Thortures Arm.
Der Zwerg schrie auf und sank bewusstlos zusammen. Besser bewusstlos, als sich in einen grünen Schleim zu verwandeln. Dummerweise patzten Rimmick und Amribi beim Versuch, den Schleim anzuzündeln so sehr, dass sie Thorture noch mehr ankokelten, als er es eh schon war. Es ist schon irgendwie Ironie des Schicksals, dass er alles bisherige unbeschadet überlebt hat, aber die eigene Truppe ihn auf die Planken brachte!! Nun denn, wir heilten den armen Thorture wieder auf, und machten uns daran, die Kisten zu durchsuchen. Hervor kamen zwei Waffen für unsere Zwerge: Eine zwergische, zweihändige Schlachtaxt und ein zwergischer, zweihändiger Schlachthammer.
Nach einem „Magie erkennen“ auf alle Gegenstände fanden wir dann auch noch heraus, welche Magie auf den Schutzumhang von Rimick gewirkt wurde: Schutz, Veränderung, Anrufung/Hervorrufung. Danach stellten wir das Nachtlager auf und gingen zu Bette. Am nächsten Morgen machten wir uns dann weiter auf den Weg in Richtung der Untoten. Nach kurzer Zeit wurde der Gang gröber und die Wände von einem komischen gelblichen Pulver überzogen. Die Luft wurde trockener und sauberer. Die Decke ware ebenfalls von diesem Pulver bedeckt. Als Thorture an der Wand ein wenig kratzte, schleuderte eine kleine Staubwolke hervor. Ich identifizierte es als Gelbschimmel, der sich bei Berührung explosionsartig im Raum verteilt und beim Einatmen unangenehme Nebenwirkungen zeigen kann, die bis zur Erstickung führen können. So wie es aussah, wurde dieser Gelbschimmel hier absichtlich hingesetzt. Lya und Amribi wollten den Gelbschimmel abfackeln, was ich als sehr schlechte Idee empfand, so wie auch Torture. Wir (d.h. Thoture und ich) brachten uns also einige Meter in Sicherheit und warteten. Kurze Zeit später hörten wir ein lautes Husten und ein leises Fluchen. Dann hörten wir Amribi etwas sagen und kurz darauf kam ein Fluchen seinerseits. Es folgte ein Spratzeln und Zischen. Torture und ich bewegten uns ein wenig mehr in Richtung Ausgang. Wir waren gerade am laufen, da hörten wir einen Knall und ein Geräusch, das wie schnell entweichende Luft aus einem Raum klang. Als wir wieder nach vorne kamen, war der Gang und der Raum von diesem Schimmel gereinigt, jedoch fehlten Lya nun etliche Haare und Augenbrauen. Nichtsdestrotrotz gingen wir in diese kleine Kaverne und folgten dann einem kurzen Gang nordöstlich hinauf.
Dort angekommen, standen wir vor einer gut verarbeiteten Treppe, die in ein neues Stockwerk hinauf zu führen schien.
Nach einem Abzweiger nach rechts stand Lya, die vorausgegangen war, vor einer unmarkierten Türe, die mit einem Guckfenster und einem Schlüsselloch versehen war. Lya bedeutete uns, heraufzukommen. Als Amribi auf den Treppenabsatz kam, musste er wohl auf einen versteckten Bodenabsatz getreten sein. Mit einem lauten Sausen fiel ein grosses Beil aus der Decke herab und verletzte Amribi. Unsere drei Wachen stellten sich nun in einem Schildwall, Manaklios war der Speerträger, auf und bewegten sich langsam in Richtung Türe. Nach zweimaligem Versuch war die Türe aufgebrochen.
Vor uns eröffnete sich ein Raum von 9 auf 9 Meter und verteilt im Raum standen 4 echsenartige Wesen die uns hasserfüllt anfauchten. In der Mitte der linken Wand konnte man knapp eine Treppe erkennen, die weiter hinauf zu führen schien. Ich war kaum im Raum, als etwas auf mich zu stürtzte und es schwarz um mich wurde. Als ich wieder zu mir kam, waren die Echsenviecher tot und Rimmick kniete über mir und wirkte seine Heilmagie auf mich, mit gekonnter Präzision, wie ich bemerken muss. Ein weiteres Mal legte ich mich im Kampf darnieder, ich hoffe das wird nicht zur Gewohnheit *räusper*.
Wir gingen nach kurzer Essensrast die Treppe hinauf und blieben vor einem steileren Aufgang stehen. Rimmick wirkte ein „Fallen finden“ auf den Gang, aber wir konnten keine Fallen finden. Lya schlich voraus, um die Lage zu erkunden, und verschwand in der Dunkelheit. Nach kurzer Zeit kam sie wieder zurück und berichtete uns in erschreckender Genauigkeit, wie eine Masse an Untoten in diesem Raum umherwandelte. Darunter befanden sich auch zwei Grufschrecken, die die Lebensenergie aus einem heraussaugen konnten. Fürwahr eine schreckliche Gegenwehr. Rimmick stand kurz da und stürzte dann die Phiole mit der durchsichtigen Flüssigkeit herunter. Zögerlich schritt er nach vorne und hielt dann jedoch entschlossen sein heiliges Symbol in den Raum.....
Chaos ensues............
Die Welt veränderte sich, und anstatt der Decke konnten wir den Kosmos sehen, eine gütig aussehende Gestalt eines Zwerges in einer mächtigen Rüstung und einem noch mächtigeren Kriegshammer und ein Mensch mit einer furchterregenden Axt standen in den Weiten des Weltalls. Wie durch ein Zeichen fuhr ein gleissender Blitz von den zwei Gestalten hinein in das Symbol Rimmicks und entlud sich in ein schmerzendes Licht. Mit einem lautlosen Schrei wurde ein Skelett nach dem anderen zerstört, zu Staub zermahlen und vom heiligen Wind des Heironeous und des Moradin in alle Richtungen zerstreut. Bis auf 2 Skelette wurde alles, was auf Knochen lief, ausradiert! Aus den Zombies trat ein weisses Licht hervor, und im nächsten Augenblick waren sie nicht mehr auf dieser Welt. Die Ghule wurden wie von mächtigen Fäusten zu unscheinbaren Haufen untoten Fleisches zerquetscht. Die Gruftschrecken flohen vor dem heiligen Licht in heller Panik, nur die letzten Wesen, die wie Zombies aussahen, standen schmerzerfüllt und leicht benommen im Raum, jedoch schienen sie nicht vertrieben worden zu sein. An ihren Hälsen konnte man bläulich leuchtende Ketten erkennen, die sie wohl vor der göttlichen Macht schützten. Nun war es wohl Zeit, dass die Waffen ihr Lied singen sollten. Wir stürmten in den Raum, bereit zum Gefecht.
Wir verteilten uns auf die übriggebliebenen zwei Untoten und griffen an. Nach mehreren Angriffen standen die Biester aber immer noch, und eine unserer Wachen fiel beim Versuch, eines der Monster anzugreifen. Sie wurde jedoch rechtzeitig von seinem Kameraden in Sicherheit geschleift. Einige von uns kamen allmählich zum Schluss, das wir eigentlich gar keinen Schaden anrichteten. Ich schaffte es dann irgendwann, während die anderen unter grossen Anstrengungen die Untoten an sich banden, beide Monster mit einem Farbspray zu neutralisieren. Amribi traf dann mit wuchtigen Hieben auf die Halsketten der Zombies und zerstörte sie. Scheinbar hatten diese Halsbänder einen magischen Schutz in sich, der die Untoten auf irgendeine Art sicherte. Hastig schmierten wir dann unsere Waffen innert kurzer Zeit mit der Flüssigkeit ein, die wir bei der toten Wache im Schwefelpfuhl gefunden hatten. Sobald die Substanz die Waffen berührte, fingen diese bläulich an zu leuchten. Vielleicht war das ja das richtige Mittel gegen diese mächtigen Untoten. Mit neuer Hoffnung erfüllt, attackierten wir erneut, und siehe da, unsere Waffen machten tatsächlich Schaden! Da die Zombies noch immer gelähmt waren, wurden wir dann innert kurzer Zeit mit ihnen fertig.
Nun hatten wir endlich Zeit, den Raum in dem wir waren, genauer zu untersuchen....aber dies ist die Geschichte für einen anderen Tag. Auf jeden Fall schienen wir die Kellergewölbe nun endgültig hinter uns gelassen zu haben.
Pegolius Zeipp
Donnerstag, Februar 15, 2007
Protokoll 01.05.2006: Die Kammer der Toten
Eingestellt von
Thorsten
um
11:08
Labels: Protokolle
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